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Neue Steuersätze des Modells 210 für Nicht-Residente Immobilieneigentümer

Neue Steuersätze des Modells 210 für Nicht-Residente Immobilieneigentümer

Viele bereiten im Moment ihre Steuererklärung vor, oder suchen ihre Steuerberater auf. In den Büros der Steuerberater, die ihre Kunden auf dem Laufenden halten, werden dann wohl unangenehme Neuigkeiten über eine neue versteckte Steuererhöhung mitgeteilt: die Steuerreform im Gesetz Ley 26/2014, de 27 de noviembre die das Königliche Dekret Real Decreto Legislativo 5/2004, de 5 de marzo verändert.

Für das Steuerjahr 2015 und die darauffolgenden Jahre tritt leider eine neue Steuerregelung in Kraft, die für viele Nicht-Residenten eine Steuererhöhung bedeutet. Ich erkläre Ihnen kurz und zusammengefasst, was dem zugrunde liegt:

Inhalt der Steuerreform und was sich für die meisten Nicht-Residenten  Immobilieneigentümer ab nächstes Jahr ändert

Bis zum jetzigen Zeitpunkt war es generell so, dass die Bemessungsgrundlage für die Eigennutzungssteuer (Modelo 210) von Immobilien, deren Steuerwerte (Valor Catastral) nach dem Jahr 1994 überprüft wurden (Revision Catastral) mit 1,1% berechnet wurde. Fand die Überprüfung vor 1994 statt, lag die Bemessungsgrundlage bei 2%.

Jetzt wird die Bemessungsgrundlage nicht mehr nach dieser Regel berechnet, sondern wie folgt:

– Fand die Überprüfung der Werte (Revision Catastral) innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Steuerjahr statt, dann liegt der Bemessungswert bei 1,1% des Katasterwertes (Valor Catastral).

– In allen anderen Fällen (ab 11 Jahre vor dem Steuerjahr) werden 2% berechnet.

Sie haben dann Glück, wenn die Gemeinde, in der Ihre Immobilie liegt, kürzlich eine Überprüfung der Werte beim Katasteramt beauftragt hat, oder das Katasteramt von sich aus eine Bewertung vorgenommen hat.

Hier der Link zur Seite des Katasteramts (Dirección General del Catastro) auf der man das Jahr der zuletzt überprüfte Steuerwerte finden kann: http://www.catastro.meh.es/esp/ponencia_valores.asp

Hier ist zu beachten, dass die „Ponencia de Valores“ die Veröffentlichung der Steuerwerte bedeutet, die aufgrund einer „Revisión Catastral“ erfolgt ist. Es kommt oft zur Verwirrung wenn Gemeinden das Katasteramt beauftragen eine Korrektur der Werte vorzunehmen. Diese Aktualisierungen sind nur spezifische Anpassungen die leider nicht als „Revisión Catastral“ gelten.

Im letzten Jahr kündigte der Wirtschaftsminister Cristóbal Montoro an, dass ab 2015 etwa 7,4 Millionen Immobilien in Spanien steuerlich neu bewertet werden sollen, um die Steuer an die aktuellen Preise anzupassen. (Hier der Artikel von El Confidencial)

Das hat natürlich direkten Einfluss auf die Grundsteuer, denn der Steuerwert (Valor Catastral) bestimmt die Bemessungsgrundlage zur jährlichen Grundsteuer. Die Gemeinden und Rathäuser können zuletzt nur den Steuersatz festlegen, der gesetzlich zwischen 0,40 % und 1,10 % liegt, wenn es sich um ein Objekt auf städtischem Boden (suelo urbano) handelt. Bei ländlichem Boden (suelo rústico) liegt er zwischen 0,30 % und 0,90 %.

Zahle ich mehr Steuern?

In welchem Jahr die letzte Überprüfung Ihrer Immobilie stattgefunden hat, können Sie auf Ihrem Grundsteuerbeleg sehen. Auf folgendem Bild ist es gut zu erkennen:
Grundsteuer Beispiel Spanien

Es haben sich zwar die allgemeinen Einkommens-Steuersätze für Nicht-Residenten in Spanien (24,75 %) ab dem Steuerjahr 2015 für ansässige in der EU, Island und Norwegen auf 19,5 %, bzw. auf 19 % ab 2016 gesenkt, die Minderung wird aber eventuell nicht ausreichend sein, um den höheren Satz von 2% der Bemessungsgrundlage (anstatt 1,1%) auszugleichen.

Es wird ab nächstem Jahr die Immobilienbesitzer treffen, deren Steuerwert für ihre Immobilie in den letzten zehn Jahren nicht festgestellt oder aktualisiert wurde. Es könnte sein, dass dann fast das 50% mehr an Steuern anfällt.

Fragen Sie Ihren Steuerberater, in welcher Höhe die Steuer im nächsten Jahr ausfällt, damit Sie sich bereits jetzt schon darauf vorbereiten können!

Gründer dieses Beratungsunternehmens. Von der ESDAF Geprüfter Steuerberater und Dolmetscher der Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch. Fachgebiete Steuer- und Immobilienangelegenheiten.

9 Kommentare

  1. Autor
    Simon 3 Jahren vor

    Hier ist übrigens eine Liste vom Katasteramt mit allen Gemeinden und die entsprechenden Überprüfungsjahre:

    http://www.catastro.meh.es/documentos/municipios_revisados_desde_1994.pdf

    Da es eine große Datei ist, am besten einfach auf „Suche“ klicken (oder Str+F Tasten) und Gemeinde eingeben.

    Die Gemeinden im Norden, die ab 2005 zuletzt überprüft wurden sind folgende:

    El Sauzal: 2007
    La Matanza: 2005
    Santa Ursula: 2008
    La Victoria: 2008
    Los Realejos: 2010

  2. Marga Henke 2 Jahren vor

    Das obige ist leider kein Grundsteuerbeleg, sondern ein Bankauszug aus 2013. Heute bekommt man die Daten anders. Aber ansonsten guter Beitrag zum weiterhelfen. Auch die anderen Seiten helfen. Wir zahlen wenigstens diese Steuern seit Anfang an. (20 Jahre) Es gibt sehr viele die zahlen nicht. Werden sie irgendwann gefunden. Müssen nachzahlen? Wir hatten jahrelang Probleme mit der Acienda weil wir angeblich nicht zahlten. Böse Briefe. Viele Laufereien. Wir sind bis zum obersten Boss in Tarragona gewesen und hatten unseren Stempel.- Gezahlt- Seit dem ist Ruhe. Aber auch das Amt macht Fehler beim verbuchen der Posten auf das richtige Jahr, habe ich dann entdeckt. Als er mir seinen Bildschirm zeigte. Die hatten die Zahlungen in 2013 für 2013 eingebucht. Sie war für 2012. Gezahlt im Oktober 2013. Die war richtig so. Wer zahlt schon seine Steuer im voraus. Er schob es auf die Bank(spanische Aussprache). Die Bank hat alles richtig gemacht. Sehe ich auf meinen Belegen.

    Meine vielen Nachbarn zahlen nicht und haben noch nie einen bösen Brief zum abgeben einer Steuererklärung bekommen. OK In Spanien sind Steuern Bringschulden und irgendwann kommt das Erwachen .
    Machen Sie weiter so. Finde die Seite nützlich, auch wenn ich weiter entfernt wohne. Liebe Grüße Marga Henke

  3. Nik Brunner 1 Jahr vor

    Mich würde interessieren, ob ich die Steuer (modelo 210) auch direkt aus der Schweiz bezahlen kann – also ohne Umweg über eine spanische Bank (oder via E-Banking). Weiss Jemand etwas?

    • Autor

      Hallo Nik, leider kann die Steuer nur von einem spanischen Konto bezahlt werden. Komischerweise können aber Rückerstattungen ins Ausland beantragt werden. Vielleicht könnte man es überweisen, wenn man die genauen Daten durchgibt, aber so einen Fall haben wir noch nie gehabt.

  4. Rainer Kaetsch 9 Monaten vor

    Hallo Herr Sananes,

    ich bin RE/MAX Immobilienmakler in Regensburg und habe für einen älteren Herrn – Rentner mit kleiner Rente der nicht mehr reisen kann – eine 2-Zimmerwohnung bei Almeria für „brutto“ 69.900 € verkauft. Von dieser Summe wurden die Steuerpauschale, spanischer Immobilienmakler und weitere Kosten abgezogen. Mein Kunde erhielt rund 61.000€

    Diese Wohnung hatte mein Kunde von seiner Mutter 1994 geerbt. Sie wurde in den letzten Jahren nicht vermietet und es wurden bisher keine Steuern bezahlt. Diese Wohnung war sein einziger Vermögen in Spanien. Von seinem spanischem Konto wurde die „Katastersteuer“ regelmäßig abgebucht.

    Mein Kunde möchte seine steuerliche Situation in Spanien in Ordnung bringen. Dazu habe ich folgende Fragen:

    Welche Steuern fallen an ?
    Mit welchen davon ist mein Kunde im Rückstand ?
    Würden Sie die fälligen Erklärungen abgeben ?
    Welches Honorar ist dafür fällig ?

    Vorab Danke für Ihre Rückmeldung

    Rainer Maria Kaetsch
    RE/MAX Immobilien

  5. Wolfgang D. 4 Monaten vor

    Guten Morgen,

    gemäß Mitteilung des Ministerio de Hazienda, Las Palmas vom Juli 2016 „Regularizatión catastral“ wurde für mein
    Haus auf Gran Canaria der Valor Catastral mit Wirkung ab 2016 von bisher € 55.447,81 auf 94.588,34 erhöht.
    Nach meinem Verständnis ist deshalb die Bemessungsgrundlage für die Nichtresidentensteuer
    1,1% des Katasterwertes, mein Gestor will aber 2% nehmen. Was ist denn nun richtig?

    Danke für eine schnelle Antwort.

    Freundliche Grüße

    W. D.

    • Autor
      Simon Sananes 4 Monaten vor

      Danke für Ihre Nachfrage. Sie müssen nicht nur die Provinz Las Palmas sondern auch die Gemeinde (municipio) erkunden.
      Hier ein Link vom Katasteramt auf dem Sie überprüfen können, wann die letzte Überprüfung (ponencia de valores) war:
      http://www.catastro.meh.es/esp/ponencia_valores.asp.
      Nachdem Sie die Gemeinde angegeben haben erscheint eine Tabelle. Schauen Sie auf „Año efecto“.

  6. Wie kan ich das Steuerformular 210 für nicht resident in Spanien öffnen?

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