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Der Immobilienmarkt auf den Kanaren stürzt ab. So schlimm kann es werden

Der Immobilienmarkt auf den Kanaren stürzt ab. So schlimm kann es werden

Die Weltwirtschaft befindet sich, aus uns bekannten Gründen, aktuell in einer kritischen Phase. Jetzt stellt sich die Frage, ob die Krise in Mitteleuropa auch einen Einfluss auf den Immobilienmarkt der Kanaren haben wird. Das analysiere ich heute und erläutere Ihnen, welche Szenarien ich mir vorstellen kann.

 

Die aktuelle Situation der spanischen Wirtschaft

 

Spaniens Wirtschaft wurde durch die Pandemie härter getroffen als die, vieler anderer Länder der EU. Um seine Bürger während der Krise vor Armut und Hunger zu bewahren, gab die Zentralregierung Spaniens im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung mit am meisten für Corona-Hilfen aus. Der größte Teil der staatlichen Gelder floss in Soforthilfen an Angestellte und Selbständige. Spaniens Wirtschaft wurde dadurch in die schlimmste Schuldenkrise seit Einführung der Demokratie gestürzt (Beweis). Die Staatsschulden haben mittlerweile, Ende 2022, die Fünfzehn-Tausend-Milliarden-Grenze überschritten. Dazu kommt die Inflation, die steigende Instabilität am Arbeitsmarkt und die Unfähigkeit der zu stark linksorientierten Regierung, die spanische Wirtschaft zu retten.

Laut der Zeitung 5 Dias ist die Anzahl der Konkursanmeldungen in Spanien in den letzten Monaten rasant in die Höhe geschossen. Das wird natürlich auch für 2023 die Arbeitslosenzahlen weiter in die Höhe treiben. Die spanischen Unternehmen kündigen gerade massenhaft Angestellte, was in der Bankindustrie schon seit Jahren stattfindet.

Auch die großen Tech-Unternehmen wie Amazon, sowie viele der erfolgreichen Start-Ups in der Kryptowelt (Coinbase, Twitter, Stripe, etc.) mussten viele Mitarbeiter entlassen

Womit ich auf ein heißes Thema komme: die Kryptomärkte. Diese haben mittlerweile auch einen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Gerade ist bekannt geworden, dass die Kryptobörse FTX in die Insolvenz gegangen ist und deren Leiter und Gründer Sam Bankman-Fried wegen Betrugs festgenommen wurde. Meiner Meinung nach erlebt dieser Markt gerade den Lehmann-Brothers Effekt von 2008.

Diese Entwicklungen beeinflussen jetzt schon den Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln.

Ich persönlich kann mir zwei Szenarien vorstellen, die sich ergeben könnten: 

 

  1. )  Wir erleben eine leichte Rezession, die sich dann schnell erholt.
  2. ) Es kommt zu einer längeren Rezession, die zu einer tiefen Krise auf dem Immobilienmarkt führt.

Fangen wir mit dem ersten, dem besseren Szenario an.

 

Erstes Szenario: leichter Einbruch des kanarischen Immobilienmarktes

Immobilienmakler auf den Kanaren (so wie wir 😁), besonders auf Teneriffa, merken seit der zweiten Jahreshälfte 2022, dass der Markt im Vergleich zum Boom, den wir nach der Coronakrise erlebt haben, anfängt zu stagnieren.

Zum Glück können Immobilienfirmen davon profitieren: Der Einbruch im Sommer 2020 agierte als großer Stimulus für diejenigen, die auf eine Immobilienkrise gewartet haben, so wie ich sie 2019 schon vorausgesagt hatte. Meiner Meinung nach haben Personen, die sich gut mit Geld und Wirtschaft auskennen, gleich nach dem Corona-Einbruch die Chance genutzt, ihr Geld sicher anzulegen. 

Wie es viele Wirtschaftsexperten prognostiziert haben, sind kurz danach die Inflationsraten rasch gestiegen, was den Rest der Bevölkerung auch aufmerken ließ. Die “kleineren” Investoren haben sich dann von Mitte 2021 bis Mitte 2022 beeilt, ihr Geld schnell in Immobilien anzulegen.

Die Zinspolitik der EZB bremst den Immobilienmarkt ab

Die Zinsen steigen schnell, dadurch ist es schwieriger geworden, einen Kredit für den Immobilienkauf zu bekommen, vor allem in Spanien, wo die Geldinstitute des Landes mit sehr starken Geldwäsche-Regelungen zu tun haben.

Besonders die Privatschulden sind gestiegen und die “schlechten” Kredite überschreiten die normale Ratio so schnell, dass die spanischen Bankvereinigungen darüber nachdenken – so wie während der letzten Krise – eine neue “Bad-Bank” zu kreieren, die diese unbezahlbaren Kredite übernimmt (hier ein Artikel von El Economista).

Ganz deutlich zu merken ist, dass Immobilien in den höheren Preiskategorien nicht mehr so schnell verkauft werden. In Deutschland ist zum Beispiel bekannt, dass der Immobilienmarkt gerade abstürzt. Die Gründe dafür sind die Angst vor dem Krieg, zu hohe Heizungskosten und die eben erwähnten hohen Zinsen. Daher ist auch hierzulande zu erwarten, dass der Immobilienmarkt leiden wird. 

Zum Glück haben wir auf den Kanaren viele gute Argumente, um Immobilienkäufer auf die Inseln locken: so gut wie keine Heizkosten, “nicht mal die Rede vom Krieg” und immer noch niedrige Immobilienpreise (Link zu den Statistiken hierhier) im Vergleich zum Rest von Europa.

Hier das von mir zu erwartende “bessere” 1. Szenario auf dem kanarischen Immobilienmarkt:

Prognose des kanarischen Immobilienmarktes für 2023-2024. Version 1

Prognose des kanarischen Immobilienmarktes für 2023-2024. Version 1

 

Zweites Szenario: Längere Rezession 

Ich habe viele Jahre Trading an den Finanzmärkten gelernt und bin daher ein großer Fan von Grafiken. Auf allen Märkten kann man Muster erkennen, die sich in den Charts bilden. Diese “Patterns” geben uns eine Idee von Ereignissen, die sich in Zukunft ergeben könnten. 

Immobilienmarkt Kanaren Q3 2022

Wenn wir uns die Grafik des kanarischen Immobilienmarktes anschauen, kann man erkennen, wie sich möglicherweise ein sogenanntes “Head & Shoulders” (Schulter & Kopf) Muster bilden könnte. Wenn sich dieses Pattern (Muster) bilden würde, hieße es, dass sich bis Anfang 2024 der Immobilienmarkt nicht erholen würde. Dieses besondere Muster (Head & Shoulders) fängt meist mit einem leichten Rückgang des aktuellen Preises an, der dann einen stärkeren Aufschwung bildet – genau wie jetzt – um danach einen Höhepunkt zu erreichen. Der Preis fällt wieder ungefähr auf das zuletzt erreichte niedrigste Preisniveau, um danach wieder anzusteigen. 

Bei diesem Muster ist aber der erneute Preisaufschwung nicht stark genug und endet rasch mit einem weiteren Preisabfall, der eine Grenze ziemlich weit unten erreicht – auf dieser Grafik durch eine leicht grauen Linie angezeigt.

 

Prognose der Immobilienpreise Kanaren 2023-2025 schlechtes Szenario

Natürlich spekuliere ich hier nur über diese Möglichkeit – dieses Szenario ist sehr unwahrscheinlich.

Keine Panik. Es gibt noch Raum für Hoffnung

Zum Glück profitieren die Kanaren schon immer von vielen Faktoren, die den Immobilienmarkt angetrieben haben. Folgende Gründe sprechen für einen ständigen Wechsel von Eignern auf den Kanaren:

 

  1. Klima: Das Klima der Kanarischen Inseln ist weltweit bekannt für milde Temperaturen und  besonders hier auf Teneriffa fühlen sich Menschen mit verschiedenen Erkrankungen sehr wohl. 

 

  1. Tourismus: In den letzten zehn Jahren haben wir miterlebt, wie eine Industrie, die überwiegend von den Hotelkonzernen dominiert wurde, dank des Internets langsam von der Bevölkerung mitbestimmt wird. Die Ferienvermietung wird immer beliebter und ist auch ein Grund dafür, auf den Kanaren in eine Wohnung oder Haus zu investieren und somit eine gute Rendite zu erzielen. 

 

  1. Niedrige Energiekosten: Einerseits braucht man auf den Kanaren fast nicht heizen und je nachdem, in welcher Zone man lebt, die Räume wenig klimatisieren. Dazu ist eine Photovoltaik-Anlage die perfekte Lösung um Energiekosten zu sparen. 

 

  1. Ein europäisches Gebiet weit weg vom Krieg: Da wir geografisch weit entfernt von Mitteleuropa liegen, steht der Konflikt nicht so im Vordergrund. Auf den Kanarischen Inseln wird hierüber kaum gesprochen.

 

  1. Besondere Steuerzone: Dienstleistungen, Lebensmittel und andere Produkte sind auf den Kanarischen Inseln etwas billiger, weil wir eine Region in äußerster Randlage sind. Dadurch profitieren wir glücklicherweise von Steuervorteilen, die andere Regionen Europas nicht haben. Ich spreche hier von der kanarischen Mehrwertsteuer IGIC von 7%.

 

  1. Die kanarische Kultur: Die Canarios sind ein lebensfrohes Volk mit einer typisch entspannten Lebenseinstellung, die es einem leicht macht, dem städtischen Stress zu entfliehen. 

 

Zusammenfassung 

 

In den kommenden Jahren könnte sich der Immobilienmarkt in Spanien weiter erholen, wenn die wirtschaftliche Entwicklung des Landes vorangeht und die Nachfrage nach Immobilien weiter steigt. Es ist jedoch auch möglich, dass sich die Preise für Immobilien in bestimmten Regionen und Marktsegmenten überhitzen, was zu einer Verlangsamung des Marktwachstums führen könnte.

 

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Ihnen gefallen. Schreiben Sie mir gerne in den Kommentaren, was Ihrer Meinung nach mit dem Immobilienmarkt auf den Kanarischen Inseln passieren wird und ob die aktuelle weltwirtschaftliche Situation den kanarischen Markt beeinflussen wird.

Über Simon Sananes

Gründer dieses Beratungsunternehmens. Von der ESDAF Geprüfter Steuerberater und Dolmetscher der Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch. Fachgebiete Steuer- und Immobilienangelegenheiten. Folgen Sie mich auf Social Media für Tipps und News.

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