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Muss ich eine Einkommensteuererklärung in Spanien einreichen?

Muss ich eine Einkommensteuererklärung in Spanien einreichen?

Das spanische Finanzamt - Agencia TributariaDie Einkommensteuererklärung 2016 (Declaración de la Renta) ist wieder abzugeben und viele
Residenten fragen sich zu dieser Jahreszeit, ob man nicht von der Steuer befreit sei. Es wird viel über
„Freibeträge“ gesprochen und auch über die Pflicht eine Erklärung abzugeben. Heute möchten wir dieses Thema klären, in dem wir ganz einfach die Information übernehmen, die jedem beim spanischen Finanzamt (Agencia Tributaria) zur Verfügung steht.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Alle Steuerzahler mit Wohnsitz in Spanien sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben (entweder durch Bestätigung des Entwurfs des Finanzamts über die Webseite oder durch Einreichung einer eigenen Steuererklärung), mit Ausnahme derjenigen, die ihr Einkommen ausschließlich erhalten haben durch:

  1. Einnahmen aufgrund eines Gehalts in Höhe von 22.000 Euro oder weniger pro Jahr:
    1. sofern es immer von einem einzigen Zahlungspflichtigen (Renteanstalt, Arbeitgeber,…) stammt. Auch wenn diese nicht in Spanien bezahlt werden (siehe diesen Beitrag über Renten aus dem Ausland).
    2. Wenn es mehrere Zahlungspflichtige gibt, ist Voraussetzung, dass die Gesamtsumme der zweiten und nachfolgenden Zahlungen den Betrag von 1.500 Euro nicht überschreiten.
    3. Wenn die einzigen Bezüge aus passiven Leistungen bestehen (Renten der spanischen Rentenversicherung und anderen Rententrägern (z.B. Witwen- und Waisenrenten), Pensionszahlungen, Gruppenversicherungen, Leistungen gegenseitiger Versicherungen, Pensionspläne, Firmenrenten und Pflegeversicherungen), vorausgesetzt, dass die Bestimmungen der anzuwendenden Steuereinbehalte nach dem speziellen Verfahren gemäß der entsprechenden Verordnung durchgeführt worden sind
      (auf Initiative des Steuerzahlers mit Vorlage des Steuerformulars 146).

    Das Limit ist unter nachfolgenden Voraussetzungen auf 12.000 Euro jährlich festgelegt:

    1. Wenn die Gehälter von mehr als einem Zahlungspflichtigen kommen und der Gesamtbetrag vom zweiten und weiteren Zahlungspflichtigen den Betrag von 1.500 Euro pro Jahr übersteigt.
    2. Wenn man Ausgleichszahlungen vom Ehegatten erhält oder Jahreszahlungen für Unterhalt geleistet werden, die nicht steuerfrei sind.
    3. Wenn der Zahlungspflichtige der Gehälter nicht verpflichtet ist, einen Steuereinbehalt zu machen.
    4. Wenn man Gehälter bezieht, die mit einem festen Steuersatz ausgezahlt werden.
      Im Jahr 2016 ist dies gültig für Steuereinbehalte von 35 Prozent oder 19 Prozent (wenn das Einkommen von Unternehmen mit einem Nettoumsatz von weniger als 100.000 Euro stammt) anwendbar auf Vergütungen von Verwaltungsratsmitgliedern und Direktionsmitgliedern, Vorstandsmitgliedern und andere Mitglieder von anderen repräsentativen Gremien, darüber hinaus ist dies gültig für einen Steuereinbehalt von 15 Prozent für Einkünfte aus Lehrveranstaltungen, Konferenzen und dergleichen, oder solche, die aus der Produktion von literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Arbeiten stammen, sofern das Nutzungsrecht zur allgemeinen Verfügung gestellt wird.
  2. Anlageerträge und Veräußerungsgewinne bis zu einer Gesamtsumme von 1.600 Euro pro Jahr, die einem Steuereinbehalt oder einer Steuervorauszahlung unterliegen.
    Vom Limit der Gesamtsumme von 1.600 Euro pro Jahr ausgenommen sind Kapitalgewinne, die aus der Übertragung oder Rückzahlung von Aktien oder Teilnahme an kollektiven Kapitalanlagen stammen, bei denen der Steuereinbehalt nicht über den Betrag berechnet wird, der im Steuergrundbetrag veranschlagt wird. Wenn die Berechnungsgrundlage nicht bestimmt wird in Abhängigkeit von der Höhe im Steuergrundbetrag, können die Kapitalgewinne, die aus der Übertragung oder Rückzahlung von Aktion oder aus der Teilnahme an kollektiven Kapitalanlagen stammen, nicht als Kapitalertrag gezählt werden, die dem Steuereinbehalt oder der Steuervorauszahlung unterliegen, in Bezug auf die für die Erklärungsverpflichtung geltenden ausschließlichen Grenzwerte.
  3. Anzurechnende Immobilienerträge, Erträge aus Schatzbriefen und Subventionen für den Erwerb von öffentlich geschütztem oder preislich geschätztem Wohnraum, mit einer Obergrenze von insgesamt 1.000 Euro jährlich.
    In keinem Fall
    müssen diejenigen eine Steuererklärung abgeben, die ein Gehalt, Einkünfte aus Kapital oder aus wirtschaftlichen Aktivitäten oder Kapitalgewinnen erzielen, die in ihrer Gesamtheit den Betrag von 1.000 Euro nicht überschreiten, ebenfalls diejenigen, die ausschließlich Verluste aus Kapital von weniger als 500 Euro zu verzeichnen haben.

Trotzdem müssen alle Steuerzahler, die ein Anrecht auf Steuerrückzahlung haben, auch wenn sie nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abgeben, entweder durch Bestätigung des Entwurfs des Finanzamts über die Webseite oder durch Einreichung einer eigenen Steuererklärung ihre Steuern erklären, um die Steuerrückzahlung zu erhalten.

Vorgenannte Grenzen sind sowohl bei einer individuellen wie auch einer gemeinsamen Veranschlagung anwendbar.

In jedem Fall sind alle Steuerzahler verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, die jedwede andere Art von Einkommen erhalten oder die genannten Grenzwerte überschreiten.

Das war ein Ausdruck aus der Webseite des Spanischen Finanzamts Agencia Tributaria, das auf folgendem Link zu finden ist: https://goo.gl/2Vj3XZ

Wir hoffen, hiermit viele Fragen geklärt zu haben und laden Sie ein, Ihren Steuerberater zu fragen, ob Sie überhaupt verpflichtet sind eine Steuererklärung einzureichen.

Gründer dieses Beratungsunternehmens. Von der ESDAF Geprüfter Steuerberater und Dolmetscher der Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch. Fachgebiete Steuer- und Immobilienangelegenheiten.

4 Kommentare

  1. Sven 1 Jahr vor

    Ich frage mich was ist wenn man Bitcoin verkauft, oder auch wenn es an Wert zulegt. Kapital?

    • Autor

      Gute Frage Sven!

      Bitcoins werden in Spanien genau wie eine Anlage behandelt wenn man damit spekuliert. Also kommen die meiner Meinung nach in Gewinne oder Verluste von Güter-Veräusserungen.

  2. Patric 6 Monaten vor

    Guten Tag.
    Muss Kapitalgewinnsteuer auf den gesamten Aktiengewinn bezahlt werden, wenn man die Aktien schon vor der Steuerpflicht in Spanien gekauft hat? Zum Beispiel: Aktienkauf im 2012, Aktienverkauf im 2017, Steuerpflicht erst ab 2017. Muss der Kapitalgewinn 2012 bis 2017 versteuert werden oder nur der Kapitalgewinn im 2017? Kapitalgewinne waren in meinem Wohnsitzland bisher steuerfrei (Schweiz).
    Besten Dank für die Auskunft!

    • Autor
      Simon Sananes 6 Monaten vor

      Hallo, Gewinne aus der Veräusserung von Kapitalanlagen werden in dem Land deklariert in dem Sie steuerpflichtig sind. Die werden dann versteuert, wenn sie generiert wurden, also in Ihrem Fall müssen Gewinne von 2012 bis 2017 hier deklariert werden.

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